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Skigymnastik für zuhause: 15 Übungen ohne Geräte

Für Skigymnastik brauchst du kein Fitnessstudio, nur dein Körpergewicht und eine Wand. Trainiere dreimal pro Woche: eine Einheit für Beinkraft, eine für Gleichgewicht und Knie, eine für Sprungkraft und Ausdauer. Hier sind alle 15 Übungen mit Ausführung, Varianten und Intervallzeiten.

Aktualisiert:

Was leisten deine Beine beim Skifahren?

Beim Skifahren bremsen deine Oberschenkel vor allem. In einer Studie mit Riesenslalom-Profis gab das Außenbein pro Schwung etwa eine Sekunde lang unter Last nach, doppelt so lang wie die Streckphase, und die Muskelaktivität in dieser Bremsphase lag nahe an einer maximalen Anspannung[2]. Du fährst kein Rennen, aber das Muster ist auf der roten Piste dasselbe: gebeugte Knie, die dich gegen den Schwung halten, immer wieder.

Deshalb brennen die Oberschenkel am ersten Tag so schnell, und deshalb sollte Skigymnastik Positionen halten und langsam absenken, statt Wiederholungen durchzuhüpfen. Das Knie ist auch die Stelle, an der es beim Skifahren am häufigsten passiert: 27 bis 41 % aller Skiverletzungen betreffen das Knie[1]. Beine, die das Knie über dem Fuß halten, lohnen sich vor dem ersten Lift.

Ehrlich gesagt: Eine systematische Übersichtsarbeit zur Verletzungsprävention im Freizeit-Skisport und Snowboarden fand keine einzige veröffentlichte Empfehlung zur Fitness. Die Belege betreffen Ausrüstung, Wissen und Verhalten. Die Autoren betonen trotzdem, dass beide Sportarten Kraft, Ausdauer und Kondition verlangen[3]. Skigymnastik macht dich nicht unverletzbar. Sie sorgt dafür, dass sich die Abfahrten am Nachmittag eher wie die am Vormittag anfühlen.

Wie baust du deine Skigymnastik zuhause auf?

Du brauchst etwas Platz auf dem Boden, eine Wand und einen Untergrund, auf dem du nicht rutschst. Keine Hanteln, keine Bänder.

Den kompletten Sechs-Wochen-Ablauf findest du in unserem Skigymnastik-Plan. Diese Seite ist die Übungssammlung: wie jede Übung geht, worauf du achtest und wie du sie leichter oder schwerer machst.

Block A: Übungen für die Beinkraft

1. Kniebeuge

Füße hüft- bis schulterbreit, Zehen leicht nach außen. Setz dich nach hinten unten wie auf einen niedrigen Stuhl, Brust aufrecht, Knie zeigen über den zweiten Zeh. So tief, wie es mit den Fersen am Boden geht. Einsteiger: bis zu einem Stuhl und ihn nur antippen. Fortgeschritten: drei Sekunden nach unten, genau die Bremsphase, die du auf der Piste brauchst.

2. Ausfallschritt rückwärts

Mach einen Schritt nach hinten und senk dich ab, bis beide Knie etwa 90 Grad gebeugt sind. Über die vordere Ferse zurück in den Stand. Beine abwechseln. Rückwärts ist schonender für die Knie als vorwärts. Einsteiger: an der Wand festhalten, weniger tief. Fortgeschritten: unten eine Sekunde halten.

3. Wandsitzen

Rücken flach an die Wand, nach unten rutschen, bis die Oberschenkel fast waagerecht sind, Knie über den Knöcheln. Halten. Das ist die Übung, die deiner Skihaltung bei einer langen Querfahrt am nächsten kommt. Einsteiger: höher sitzen, etwa auf halber Höhe. Fortgeschritten: Oberschenkel waagerecht, dann abwechselnd eine Ferse anheben.

4. Beckenheben

Rückenlage, Knie gebeugt, Füße flach. Po anspannen und die Hüfte heben, bis Knie, Hüfte und Schultern eine Linie bilden. Langsam absenken. Ein kräftiger Po hilft, dass das Knie auf der Kante nicht nach innen knickt. Fortgeschritten: einbeinig, das andere Bein gestreckt.

5. Wadenheben

Aufrecht stehen, auf die Fußballen hochdrücken, langsam absenken, Fingerspitzen an der Wand. Waden und Sprunggelenke steuern den Druck im Skischuh. Fortgeschritten: einbeinig oder mit den Fersen über einer Treppenstufe.

Block B: Gleichgewicht und Kniestabilität

Diese Übungen fehlen in den meisten Skigymnastik-Programmen, dabei sind sie für deine Knie am wichtigsten. Warum, und was sonst noch hilft, steht in unserem Ratgeber Knieverletzungen beim Skifahren vorbeugen.

6. Einbeinstand

Auf einem Bein stehen, Knie locker gebeugt, Hüfte gerade. Nach der Hälfte der Zeit wechseln. Einsteiger: Fingerspitzen an der Wand. Fortgeschritten: Augen zu oder den Kopf langsam hin und her drehen.

7. Einbeiniges Kreuzheben

Auf einem Bein aus der Hüfte nach vorn kippen, die Hände Richtung Boden, das freie Bein streckt sich nach hinten. Rücken gerade, Hüfte parallel zum Boden. Langsam wieder hoch. Einsteiger: die Zehen des hinteren Fußes bleiben am Boden wie ein Fahrradständer. Fortgeschritten: langsamer und tiefer.

8. Seitlicher Ausfallschritt

Breit hinstellen. Das Gewicht auf eine Seite verlagern, dieses Knie beugen und den Po nach hinten schieben, das andere Bein bleibt gestreckt. Zurück zur Mitte. Das trainiert die seitliche Belastung beim Aufkanten. Einsteiger: kleinerer Schritt, weniger tief. Fortgeschritten: unten bleiben und von Seite zu Seite wechseln, ohne aufzustehen.

9. Eisschnellläufer-Schritt

Mit einem großen Schritt seitlich auf ein Bein, das Knie beugen und den anderen Fuß locker hinter dem Standbein kreuzen. Dann zur anderen Seite. Kontrolliert, ohne Sprung. Du lernst dieselbe Kniestellung wie beim Eisschnellläufer-Sprung, nur ohne Aufprall.

10. Seitstütz

Auf dem Unterarm, Ellbogen unter der Schulter, Körper vom Kopf bis zu den Füßen gerade, Hüfte oben. Nach der Hälfte die Seite wechseln. Einsteiger: Knie gebeugt am Boden. Fortgeschritten: das obere Bein anheben.

Block C: Sprungkraft und Ausdauer

Sprünge trainieren die schnellen Reaktionen, die du auf Buckeln und bei wechselndem Schnee brauchst. Lande weich und leise, Knie gebeugt und über den Zehen. Wenn die Landung laut ist oder die Knie nach innen fallen, nimm die Einsteiger-Variante.

11. Squat Jump (Strecksprung aus der Hocke)

In die Kniebeuge, gerade nach oben springen, weich zurück in die Kniebeuge landen. Einsteiger-Variante: schnelle Kniebeuge, dieselbe Bewegung zügig, ohne abzuheben.

12. Eisschnellläufer-Sprung

Seitlich von einem Bein aufs andere springen, auf dem äußeren Bein landen, der andere Fuß schwingt nach hinten. Jede Landung kurz halten. Einsteiger-Variante: Eisschnellläufer-Schritt (Übung 9).

13. Seitliche Linien-Sprünge

Füße zusammen, seitlich über eine Linie am Boden hüpfen, zum Beispiel ein Klebeband oder eine Parkettfuge. Kleine, schnelle Sprünge auf den Fußballen. Wer an Wedelhüpfen aus dem Schulsport denkt, liegt richtig. Einsteiger: drübersteigen statt springen. Fortgeschritten: einbeinig.

14. Bergsteiger

Aus dem hohen Stütz ein Knie Richtung Brust ziehen, dann schnell die Beine wechseln. Hüfte unten lassen. Einsteiger: die Füße langsam nach vorn setzen. Fortgeschritten: schneller, die Hüfte bleibt ruhig.

15. Unterarmstütz

Auf den Unterarmen, Körper in einer Linie, Po und Bauch angespannt. Die Hüfte nicht durchhängen lassen. Einsteiger: auf den Knien. Fortgeschritten: für ein paar Sekunden einen Fuß oder einen Arm anheben.

Wie lange belasten, wie lange Pause?

Zuhause funktionieren Zeitintervalle besser als Wiederholungszahlen. Alle arbeiten gleich lang, jede und jeder im eigenen Tempo. Über sechs Wochen wird die Belastung länger und die Pause kürzer:

WochenEinsteigerFortgeschritten
1-230 s Belastung / 30 s Pause, 3 Runden40 s Belastung / 20 s Pause, 3 Runden
3-435 s Belastung / 25 s Pause, 3 Runden45 s Belastung / 15 s Pause, 3 Runden
5-640 s Belastung / 20 s Pause, 4 Runden50 s Belastung / 10 s Pause, 4 Runden

Eine Einheit dauert mit Aufwärmen etwa 17 bis 22 Minuten. Dreimal pro Woche reicht. Nur noch zwei Wochen bis zum Skiurlaub in Ischgl oder Saalbach? Fang trotzdem mit den ersten Zeilen an. Ein paar Einheiten sind besser als unvorbereitet auf die Piste.

Welche Fehler solltest du vermeiden?

Du fährst Snowboard? Dieselben Blöcke passen, mit etwas mehr Fokus auf Gleichgewicht und Rumpf. Mehr dazu im Snowboard-Training.

Wenn du die Uhr nicht selbst im Blick behalten willst: SnowStreak, unsere iPhone-App, macht aus diesen 15 Übungen drei geführte Einheiten mit Belastungs- und Pausentimer, einer Demo und einem Hinweis pro Übung, als Einsteiger- oder Fortgeschrittenen-Version, jederzeit umschaltbar. Woche 1 ist gratis, ohne Konto, und die App funktioniert offline. SnowStreak im App Store laden.

Fragen

Kann man sich zuhause ohne Geräte fit fürs Skifahren machen?

Ja. Kniebeugen, Ausfallschritte, Wandsitzen, Einbeinstand und Sprünge brauchen nur dein Körpergewicht, eine Wand und etwas Platz. Entscheidend ist, dass du Kraft, Gleichgewicht und Ausdauer trainierst.

Wie oft sollte ich Skigymnastik machen?

Dreimal pro Woche reicht. Wechsle eine Kraft-, eine Gleichgewichts- und eine Sprungkrafteinheit von je etwa 17 bis 22 Minuten ab, mit Ruhetagen dazwischen.

Was ist die beste einzelne Übung fürs Skifahren?

Die gibt es nicht. Wandsitzen kommt der Skihaltung am nächsten, aber für stabile Knie brauchst du Einbeinübungen und für schnelle Reaktionen Sprünge. Die Mischung wirkt am besten.

Wie viele Wochen vor der Saison sollte ich anfangen?

Rund sechs Wochen geben dir Zeit zum Aufbauen. Hast du weniger, fang trotzdem an. Schon ein paar Einheiten helfen am ersten Skitag.

Darf Skigymnastik wehtun?

Brennen in den Oberschenkeln ist normal. Stechender oder anhaltender Schmerz in einem Gelenk nicht. Brich die Übung ab und lass es ärztlich oder physiotherapeutisch abklären.

Quellen

  1. Davey A, Endres NK, Johnson RJ, Shealy JE. Alpine Skiing Injuries. Sports Health, 2019. pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Berg HE, Eiken O, Tesch PA. Involvement of eccentric muscle actions in giant slalom racing. Medicine & Science in Sports & Exercise, 1995. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Hébert-Losier K, Holmberg HC. What are the exercise-based injury prevention recommendations for recreational alpine skiing and snowboarding? A systematic review. Sports Medicine, 2013. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov